Fragen & Antworten

Zugvogel


 

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Zugvogel-Förderprogramm - sortiert für Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte. Bei Fragen, die hier nicht beantwortet werden, wenden Sie sich gern an uns.

Portraitfoto vonSusanne Lea Radt

Susanne Lea Radt
Referentin für Programmarbeit
radt@claussen-simon-stiftung.de

Für Schülerinnen und Schüler

Wenn du eine Hamburger Stadtteilschule besuchst und zum Zeitpunkt der Bewerbung in die 8. oder 9. Klasse gehst, kannst du dich bewerben. Natürlich müssen deine Erziehungsberechtigten mit deiner Bewerbung einverstanden sein.

Du solltest neugierig auf andere Kulturen und offen für andere Lebensarten sein. Du solltest Lust haben, vier bis sechs Wochen in einer Gastfamilie im europäischen Ausland zu leben und dort aktiv an deren Alltag teilzunehmen – auch, wenn dieser vielleicht ganz anders ist, als der, den du kennst. Zudem solltest du motiviert sein, eine andere Schule zu besuchen. Nicht zuletzt solltest du dir zutrauen, zwei bis vier Wochen Unterricht an deiner Hamburger Schule zu verpassen, ohne danach allzu viel Mühe zu haben, den Stoff nachzuholen.

Um ein Zugvogel-Stipendium zu bekommen, musst du nicht Klassenbeste/-r sein. Du solltest jedoch in der Lage sein, den Unterrichtsstoff, den du während deines Auslandsaufenthalts verpasst, nach deiner Rückkehr nachzuholen. Da wir vermeiden wollen, dass niemand nach einem Zugvogel-Aufenthalt dadurch ernsthafte Nachteile in der Schule hat, interessieren uns deine schulischen Leistungen .

Wenn es mit deiner Bewerbung beim ersten Mal nicht geklappt hat und du die Bewerbungsvoraussetzungen erfüllst (also zum jeweiligen Bewerbungszeitpunkt die 8. oder 9. Klasse einer Hamburger Stadtteilschule besuchst), kannst du dich noch einmal bewerben. Schüler/-innen, die schon einen Zugvogel-Auslandsaufenthalt gemacht haben, können sich nicht noch einmal bewerben.

In der Bewerbung kannst du drei Länder nennen, in die du am liebsten reisen würdest. Wir tun unser Bestes, um die Präferenzen unserer Bewerber/-innen zu berücksichtigen.

Allerdings gibt es einige grundsätzliche Dinge zu beachten:

  • Du kannst dich nicht für einen spezifischen Landesteil Großbritanniens bewerben, sondern nur für Großbritannien/Irland insgesamt. Abhängig von den vorhandenen Plätzen wird dann entschieden, wer nach England, Wales, Schottland und (Nord-)Irland reisen kann.
  • Wenn du zum Zeitpunkt der Ausreise unter 16 Jahre alt bist, darfst du nur für 4 Wochen nach Großbritannien/Irland reisen. Dies hängt mit der lokalen Jugendschutzgesetzgebung zusammen. Ab 16 Jahren kannst du auch für 6 Wochen dorthin fahren.
  • In Italien kannst du nur vier oder fünf Wochen verbringen, sechswöchige Aufenthalte sind nicht möglich.
  • In allen anderen Ländern sind, unabhängig vom Alter, Aufenthalte von vier oder sechs Wochen möglich.
  • In Frankreich dürfen per Gesetz in staatlichen Institutionen, wie z.B. Schulen, keine religiösen Symbole getragen werden. Daher können Schülerinnen und Schüler, die z.B. Kopftuch, Kippah oder Kreuzketten tragen wollen, nicht nach Frankreich vermittelt werden.

Ja, der regelmäßige Schulbesuch im Ausland ist verpflichtender Bestandteil des Programms. Es wird vorausgesetzt, dass sich alle Zugvogel-Geförderten in der Schule so gut es geht einbringen und beteiligen. Die Teilnahme an Prüfungen ist jedoch freiwillig und ggf. vergebene Noten werden in Deutschland nicht angerechnet. 

Für alle in das Zugvogel-Förderprogramm aufgenommenen Geförderten ist die Teilnahme an den Vor- und Nachbereitungsseminaren verpflichtend.
Du kannst in der Bewerbung drei Länderpräferenzen abgegeben. Es ist jedoch leider nicht möglich, sich bestimmte Orte oder Regionen innerhalb dieser Länder auszusuchen.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn du einige Grundlagen der Landessprache des Gastlandes schon beherrschst – es ist aber keine zwingende Voraussetzung. Manche Schülerinnen und Schüler möchten ihre bestehenden Fremdsprachenkenntnisse verbessern, andere möchten die Chance nutzen und eine ganz neue Sprache kennenlernen. Mit Zugvogel ist beides möglich!

Jede Gastfamilie ist unterschiedlich. Es ist möglich, dass Mitglieder deiner Gastfamilie Deutsch oder Englisch können, es kann jedoch auch gut sein, dass sie nur die Landessprache sprechen.

Amtssprachen auf Malta sind Maltesisch (Malti) und Englisch. Fast jede Person auf Malta spricht Englisch, unterschiedlich gut je nach Bildung und sozialem Hintergrund. Auf den staatlichen Schulen wird auf beiden Sprachen unterrichtet.

Es gibt sehr unterschiedliche Gastfamilien. Es gibt solche, die aus Vater, Mutter und Kind(-ern) bestehen. Genauso gibt es jedoch auch ganz andere Haushaltstypen, die Gastschüler/-innen aufnehmen, z.B. ältere Paare oder Alleinstehende, Familien mit erwachsenen Kindern oder junge Menschen ohne Kinder. Zudem können die Gastfamilien unterschiedlichste soziale, religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten haben. Eines haben alle Gastfamilien jedoch gemein: Sie sind motiviert, ein Gastkind bei sich zu Hause willkommen zu heißen und wurden von einer Partnerorganisation von Experiment e.V. dafür ausgesucht.

Nein, es lebt immer nur ein/-e Zugvogel-Geförderte/-r in einer Gastfamilie.

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von internen organisatorischen Aspekten ab. In jedem Fall werden alle Geförderten vor der Abreise gut auf die Reise vorbereitet. Bisher haben alle Zugvogel-Stipendiaten/-innen - auch die, die zum allerersten Mal geflogen sind - trotz Aufregung eine gute Reise gehabt.

Zugvogel-Geförderte werden dazu ermutigt, mit den Gastfamilien über die dort geltenden Regeln zu sprechen und sich daran zu halten. Dies gilt insbesondere für die Hilfe im Haushalt und das Einhalten von Uhrzeiten (z.B. für die Nutzung von Handy und Computer, das Zurückkehren am Abend und gemeinsame Mahlzeiten), aber auch alle anderen Lebensbereiche. Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit werden vorausgesetzt.

Selbstverständlich müssen Zugvogel-Geförderte außerdem die Gesetze des Gastlandes einhalten. Zudem gelten die Programmregeln, die bei der Vorbereitungstagung vorgestellt werden.

Das ist von Land zu Land und von Familie zu Familie unterschiedlich. Für manche Familien sind Gottesdienste und andere Aktivitäten, die von Glaubensgemeinden angeboten werden, zentrale Bestandteile ihres Alltagslebens. Für andere spielt Religion eine eher untergeordnete Rolle. Zugvogel-Geförderte werden dazu ermutigt, alle familiären Aktivitäten ihrer Gastfamilie, einschließlich der religiösen Aktivitäten, mitzumachen, es sei denn, der Glaube des/der Stipendiaten/-in schließt diese Möglichkeit aus. Die Teilnahme an solchen, vielleicht zunächst ungewohnten, Aktivitäten ist eine gute Gelegenheit, andere Kulturen kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, den Alltag der Gastfamilie besser zu verstehen und sich besser in diese zu integrieren.

Du kannst deine Religion prinzipiell im Gastland ausüben. Wenn Du Gottesdienste besuchen möchtest, die deine Gastfamilie nicht besucht, kannst du diese darum bitten, dir bei der Suche nach entsprechenden Einrichtungen zu helfen. Wir können jedoch nicht garantieren, dass es in jeder Region solche Einrichtungen gibt, und wir können nicht gewährleisten, dass es für dich möglich gemacht werden kann, dorthin zu fahren. Es ist also am besten, wenn du in der Zeit des Auslandsaufenthalts flexibel mit deiner religiösen Praxis umgehen kannst. Grundsätzlich gehört es dazu, dass die Gastfamilien sich für die Persönlichkeit und ggf. auch religiöse Zugehörigkeit des Gastkindes interessieren und diese respektieren – genauso, wie andersherum.

Falls du religiöse Kleidung oder Symbole trägst, lies dir bitte die Hinweise zu länderspezifischen Besonderheiten durch.

Fragen stellt man am besten immer dort, wo sie aufkommen. Deswegen solltest du dich vor allem und zu allererst immer an Deine Gastfamilie wenden, wenn Du ein Problem oder eine Frage hast. Auch die Lehrkräfte und Mitschüler(-innen) an deiner Gastschule sind gute Ansprechpersonen. Wenn Du hier nicht weiterkommst, gibt es eine Ansprechperson von der Partnerorganisation vor Ort, die du kontaktieren kannst. Zudem gibt es eine 24-Stunden-Telefonnumer von Experiment e.V., die du jederzeit im Notfall anrufen kannst. Während deines Auslandsaufenthalts ist zudem Katja Dudenhausen von Experiment e.V. deine Ansprechpartnerin.

   

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Für Erziehungsberechtigte

Wenn Ihr Kind in das Zugvogel-Programm aufgenommen wird, bieten wir Ihnen an, eine Reisekranken-, Haftpflicht-, Unfall- und Gepäckversicherung abzuschließen, sofern Ihr Kind nicht bereits versichert ist. Die Kosten dafür übernimmt die Claussen-Simon-Stiftung.

Für die Erziehungsberechtigten der in das Förderprogramm aufgenommenen Schüler/-innen gibt es am Sonntagnachmittag des Vorbereitungswochenendes eine verpflichtende Informationsveranstaltung. Der Termin wird den Familien nach Aufnahme in das Förderprogramm bekannt gegeben.

Nein, ein Gegenbesuch ist nicht Teil des Zugvogel-Förderprogramms. 

Sofern Ihr Kind zum Zeitpunkt des Auslandsaufenthalts noch eine Stadtteilschule besucht, ja.

Nein, die Bewerbung gilt nur für das jeweilige Kalenderjahr. Sollte Ihr Kind nicht in das Förderprogramm aufgenommen werden, kann es sich im nächsten Jahr noch einmal bewerben, sofern es dann die Bewerbungskriterien noch erfüllt.

Die Behörde für Schule und Berufsbildung, Kooperationspartnerin von Zugvogel, stellt alle Zugvogel-Geförderten für die gesamte Dauer des Auslandsaufenthaltes vom Schulbesuch in Deutschland frei.

Es sollte individuell mit den Lehrkräften an der Schule Ihres Kindes besprochen werden, ob ein Auslandsaufenthalt zum geplanten Zeitpunkt für Ihr Kind empfehlenswert ist. Hierbei sollten insbesondere mögliche Prüfungen und das Leistungsniveau Ihres Kindes berücksichtigt werden.

Mit dem Zugvogel-Stipendium schließt die Claussen-Simon-Stiftung eine Lücke in der Förderlandschaft für Auslandsaufenthalte. Zahlreiche Stipendiengeber ermöglichen Langzeitaufenthalte im Ausland. Aber nicht für jede/-n ist dies der richtige Weg, um ein fremdes Land kennenzulernen. Hier soll das Zugvogel-Förderprogramm mit den Kurzzeitaufenthalten neue Möglichkeiten schaffen.

Nein, leider nicht. Zugvogel-Geförderte werden nur in Gastfamilien vermittelt, die Experiment e.V. und deren Partnerorganisationen in den Gastländern akquiriert haben.

Wir raten grundsätzlich von einem Besuch Ihres Kindes im Gastland ab, damit sich die Schüler/-innen während ihres Auslandsaufenthalts voll und ganz auf ihren neuen Alltag mit der Gastschule und der Gastfamilie einlassen können.

Falls Sie dennoch einen Besuch planen sollten, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind besprechen, ob es damit einverstanden ist. Zudem sollten Sie mit der Gastfamilie besprechen, wann und ob ein Besuch erwünscht und passend ist.

Wenn Sie Fragen zu den Themen Bewerbung, Programmstruktur, Förderung oder Finanzen haben, wenden Sie sich bitte an Susanne Lea Radt, Referentin für Programmarbeit bei der Claussen-Simon-Stiftung. Nach Aufnahme in das Förderprogramm beantwortet Ihnen gern Katja Dudenhausen, zuständig für Gastfamilien- und Gruppenprogramme bei Experiment e.V., Fragestellungen, die den konkreten Auslandsaufenthalt Ihres Kindes betreffen.

Eine 24-Stunden-Notfallnummer wird Ihnen mitgeteilt, sofern Ihr Kind aufgenommen werden sollte.

   

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Für Lehrkräfte

Das Gutachten einer Lehrkraft ist ein zentraler Baustein bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler. Es soll aus pädagogischer Perspektive verdeutlichen, ob die Bewerberin/der Bewerber für einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt in einer Gastfamilie geeignet ist. Es kann entweder der Schülerin/dem Schüler in einem verschlossenen und gestempelten Umschlag ausgehändigt werden oder direkt an die Claussen-Simon-Stiftung gesendet werden. Bitte beachten Sie auch unsere Hinweise zur Erstellung eines Gutachtens für Lehrkräfte.

Grundsätzlich ist das nicht notwendig. Die Zugvogel-Geförderten besuchen während ihres gesamten Auslandsaufenthalts eine Schule und werden versuchen, sich dort so gut es geht einzubringen.

Der Auslandsaufenthalt schließt die Hamburger Herbstferien mit ein, sodass nur zwei bis vier Wochen des deutschen Unterrichts verpasst werden. Den verpassten, relevanten Stoff müssen die Schülerinnen und Schüler versuchen, nach ihrem Auslandsaufenthalt nachzuholen. Falls sie es selbst wünschen, können Sie ihnen selbstverständlich Materialien mitgeben, die sie im Ausland bearbeiten können.

Wir möchten damit besonders die Aufenthalte von Stadtteilschülerinnen und -schülern fördern, da diese sich im Vergleich zu Gymnasiasten/-innen deutlich seltener für Auslandsaufenthalte entscheiden.

   

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